FAQ = Häufig gestellte Fragen

Welche Berufsgenossenschaft haftet für Arbeitsunfälle?Leiharbeitnehmer werden während der Überlassung an Dritte, wie eigene Mitarbeiter beim entleihenden Unternehmen geführt. Dies trifft auch für die Einhaltung arbeitsschutzrechtlicher Vorgaben zu. Dennoch liegt das Direktionsrecht des verliehenen Mitarbeiters beim Leiharbeitgeber (Verleiher). Im Falle eines Arbeitsunfalles wird umgehend unsere Berufsgenossenschaft (Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) Deelbögenkamp 4, 22297 Hamburg - Kundenr.: 86/0003/6646) hiervon in Kenntnis gesetzt. Die Fortzahlung des Entgeltes erfolgt entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen durch uns.
Wird ein Ersatzmitarbeiter bei Krankheit gestellt?Die Ersatzgestellung hängt von der Qualifikation bzw. den betrieblichen Vorkenntnissen beim entleihenden Unternehmen ab. Adäquater Ersatz bei Leiharbeitgebern ist daher oft problematisch. Wir gehen daher andere Wege. Bei langjähriger Kundenbeziehung werden „Urlaubs- und Krankheitsvertretungen“ am Kundenarbeitsplatz ausgebildet und in der überlassungsfreien Zeit, anderen Kunden als „Springer“ zur Verfügung gestellt.
Wie hoch ist die maximale Überlassungsdauer und welche Branchen sind davon betroffen?Die Diskussion in der Politik über eine Höchstüberlassungsdauer an einen Kunden wird seit Jahren geführt. Derzeit gibt es keinerlei Beschränkungen hierfür. Lediglich bei einzelnen ausgewählten Branchen wird in Abhängigkeit der Überlassungsdauer ein gestaffelter Lohnzuschlag (Branchenzuschlag) erhoben. Hierzu finden Sie die entsprechenden Branchenzuschlagstarifverträge in kürze auf unserer Internetseite.
Was bedeutet „Drehtüreffekt“?In der Vergangenheit wurden vereinzelt Mitarbeiter von Kundenunternehmen gekündigt, um anschließend über ein Leiharbeitsunternehmen wieder die gleiche Tätigkeit aufnehmen zu können (Drehtüreffekt). Die Unterwanderung von Tarifverträgen bzw. Betriebsräten wurde somit systematisch unterstützt. Der Gesetzgeber hat sich hierzu eindeutig positioniert. Es ist daher nicht mehr möglich, ehemalige Mitarbeiter des Kundenunternehmens an das selbe Unternehmen zu überlassen, soweit der Mitarbeiter in den zurückliegenden sechs Monaten für diesen Kunden direkt oder in einem mit ihm nach §18 Aktiengesetz rechtlich verbundenen Unternehmen (indirekt) als Arbeitnehmer beschäftigt war. Sollte dennoch eine Überlassung an das Kundenunternehmen vorgenommen werden, stehen dem Leiharbeitnehmer alle wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich dem Arbeitsentgeld vergleichbarer Stammbelegschaftsmitarbeiter des Kundenunternehmens zu.